Der Autor

 

Ich bin keine jener Künstlernaturen, die sich unentwegt in der Kulisse ihrer Träume bewegt, ihr Verhalten davon beeinflussen lässt und stetig ihre Umwelt danach auszurichten versucht. Weltanschaulich bin ich doch zu sehr Realist, Agnostiker und Analytiker. Gleichwohl habe ich eine stark ausgeprägte Fähigkeit, Stimmungen, Gedanken und Ideen zu visualisieren. Ein Musikstück beispielsweise kann in mir einen ganzen Roman entstehen lassen. Es erklärt sich, dass mein erster Berufswunsch der des Filmemachers war.

Mein Lebensweg beinhaltete so manche Härte, sofern man dies in der zivilisierten Welt so nennen darf. Denn weder bin ich bereits als Kind unter der Last des täglichen Steineschleppens in einer Mine zusammengebrochen, noch bin ich als Kindersoldat als Kanonenfutter verheizt worden. Ich führe diese Beispiele an, da ich in späteren Jahren in Ländern unterwegs war, wo dies Usus war und ist. Diese Erlebnisse haben meinen Blick verändert. Daher gutheiße ich eine jede Gesellschaftsordnung, die sich über die Barbarei erhebt und sie ist gut beraten, wenn sie ihrer keine Tür öffnet. Gleichermaßen aber mißbillige ich die schäbigen Auswüchse der Wohlstandsgesellschaften, ihre Gewissen- und Besinnungslosigkeit, ihr Mangel an Güte, ihre Dekadenz, ihre Unvernunft.

Ich möchte an dieser Stelle bewußt auf die gewohnten Autoren-Stammdaten, wie Herkunft, Ausbildung, Stationen verzichten. Es ist mir nicht nachvollziehbar, weshalb jemand, der ein Werk goutiert, Interesse am Ersteller haben sollte. Ich selbst zähle nichts; nur meine Worte sind von Wert. Gleichwohl will ich mich Ihnen soweit öffnen, als dass ich zwei meiner unabdingbaren Bekenntnisse preisgebe – in der Hoffnung, dass Sie dadurch einen besseren Zugang zu meinem Werk erlangen.

1. In meinen Nachtträumen öffnen sich mir die unterschiedlichsten Reiche. Stets kennzeichnet sie, dass dort zum einen wenige, aber besondere Menschen leben. Zum anderen ist dort alles Erlebte von einer gewissen omnipräsenten, wertvollen und fühlbaren Bedeutung. Einer Bedeutung, die ich nicht näher beschreiben kann, die aber der wirklichen Welt abhanden gekommen ist. Diese hat sich weiterhin aller guten und schönen Geister, ihrer Sinnlichkeit und ihrer Orientierung an einem Höheren entledigt. Es gibt keine relevante geistige Ordung mehr, mit der man das Vakuum unserer Existenz füllen könnte. Wir haben vom Baum der Erkenntnis gegessen und dafür alles innere Heil fahren lassen. Wer mit dem Begriff von einem undefinierten „Mehr“ an Sein abseits des Materiellen, des Trivialen nichts anzufangen weiß, der wird auch meinen Texten nichts abgewinnen können.

2. Ob diese Erde nun eine Ausnahme, oder der Status Quo unter den Planeten ist: Fakt ist, sie war reich an sich immer wieder erneuerndem und optimierendem Leben, das sich vielfältig und nachhaltig in einem mühsam erkämpften Gleichgewicht zu halten vermochte. Dann kam auf ihr eine Species an, die meinte, sie ’sie sich untertan‘ machen zu müssen – ohne Respekt für das bereits Geschaffene. Ohne Einsicht, ohne Verstand für deren Wert.
Was immer wir als Menschen tun: Niemals sollten wir vergessen, dass wir es entweder besser machen als es war oder es besser lassen. Auch um unserer selbst Willen, denn es gilt:
‚Do or die‘.

I am looking at the stars. They’re so far away. Their light takes so long to reach us. All we ever see of stars are their old photographs.
I prefer the stillness here. I am tired of Earth. These people, I’m tired of being caught in the tangle of their lives. They claim their labors are to build a heaven, yet their heaven is populated with horrors.
Perhaps the world is not made. Perhaps nothing is made. A clock without a craftsman. It’s too late. Always has been, always will be, too late.

(Quote: Dr. Manhattan, The Watchmen)

Im Hoffen, mit jenen Ansichten nicht alleine zu sein, darauf, dass dort draussen Andere sind, die diese Träume, Hoffnungen und Empfindungen teilen,

der Wolf