Die andere Welt …

… hat keinen Namen. Er würde sich ohnehin erübrigen, denn meine Geschichten spielen in einer Welt, die es vorzieht, sich einer jeglichen Einordnung, eines fassbaren Umrisses zu verweigern. Sie entbehrt meist jeglicher zeitlicher oder örtlicher Angaben und finden sie sich doch, dann lassen sie sich kaum in einen gängigen Kontext einordnen.

Mögen auch manche Verhältnisse, Gesetzmäßigkeiten oder Regeln vertraut erscheinen, die andere Welt bleibt undefiniert. Alles ist möglich, immer und überall. Diese Welt liegt irgendwo fern in den Sternen. Wo genau, das weiß keines ihrer Kinder.

 

 

Sei sie auch undefiniert, so ist sie doch nicht frei von immer-wiederkehrenden, prägenden Merkmalen: Ihre Ländereien sind oft karg, düster und unwirtlich. Ihre Himmel sind stets verhangen oder ganz und gar unfreundlich. Ihre Figuren erweisen sich mal als spröde, harsch und wortkarg, mal als unwirsch, grotesk oder gar gänzlichst unzugänglich und nicht selten ist ihnen eine eigentümlich antiquierte Sprache zu eigen. Besteht auf jener Welt gar einmal eine Ordnung, so ist diese stets fragil, gleicht einer dünnen Membran, durch die sich allzu leicht das Unvertraute, das Unheimliche Bahn bricht und finstere Urmächte Einzug halten. Sage da niemand, er hätte das Grauen im Verborgenen nicht dräuen sehen.

Sie, werter Leser, mögen sich vielleicht ob dieser Schilderungen wenig bemüßigt fühlen, auch nur einen Blick auf sie zu werfen, möchten doch vielleicht lieber auf Ihrer schönen Welt bleiben? Dies steht Ihnen selbstredend zu. Doch bedenken Sie bitte, dass die andere Welt der Ihrigen gegenüber einen entscheidenden Vorteil hat:

Denn wenn, wie gesagt, alles möglich ist, so darf auch alles gedacht, gesagt und getan werden und somit ist die andere Welt:

+++ F – R – E – I +++