Gedichte

Ich mag’s nicht, wenn ständig Gedicht sich muss reimen,

das nur durcheinander den Satzbau bringt, meinen.

Auch des mit dem Versmaß, des lass ich den anderen.

Das merkt man, wenn man sich den Vers mal so anschaut und feststellt,

wenn jetzt bald kein Ende in Sicht ist, ja wann dann?

 

Dieser Vers, aus einem aus guten Gründen nicht veröffentlichen Gedicht, fässt meine  grundlegende Haltung zur Lyrik hinlänglich zusammen. Viel näher liegt mir eben der Geschichtenerzähler, der Romancier. Nur entstehen sie, die Gedichte, eben doch.

Sie entstehen unwillkürlich, so, als wollten sie sich mir zu Gehör bringen, als wollten sie in die Welt hinaus und benutzten mich dabei als Medium. Es bleibt mir nichts weiter übrig, als  sie gewähren zu lassen, denn manchmal, da haben sie möglicherweise recht, wenn sie mir einflüstern, dass ihre Literaturgattung in bestimmten Momenten und bei besonderen Inhalten die einzig Wahre sei.
Bestimmt gar haben sie recht. Was sonst erklärte so manche Träne der Rezipienten?

 

LESEPROBEN:

 

Der Ort, den ich geliebt, ist kein Zuhause mehr,
Er will mich fort, auf dass ich nimmer wiederkehr.
Und jede Stunde, die ich länger hier verbringe,
erzählt er Gott von mir die grauenvollsten Dinge.

Mein Ich, einst enger Freund, hat mir Stirbwohl gesagt.
Ich soll der sein, der nie mehr aus der Erde ragt.
Kein Strahl der Sonne soll für mich verschwendet sein,
denn nichts auf dieser Welt wäscht meine Seele rein.

Die Zeit, die mir beschieden war, verleugnet sich als schöner Traum.

Nichts zähle die Erinnerung! Beweise hätt’ ich leider kaum!
Schon lang bitt ich die Zeit, sie möge für mich endlich weitergehn,
sie grient und lacht, und sagt, sie liebt es, für mich gänzlich stillzu …

 

(Auszug aus: „Die Beichte“)

 

Ich stehe im Licht, ganz nah bei deinem Stern,
behüte dein Leben, bin dir niemals fern.
Wenn nur noch Verzweiflung und Schmerz um dich sind,
schrei laut meinen Namen, schrei: „Hilf, Sternenkind“.
.
Kein anderer Mensch, der von solch einer Reinheit.
Und niemand gleicht dir in natürlicher Schönheit.
Und schrieb ich im Leben auch nur ein Gedicht,
beschriebe es nichts, als dein liebes Gesicht.

 

(Auszug aus: „Sternkind“)

 

Gedichte:

  • Sonnenengel
  • Die Beichte
  • A Bird’s View on Man’s View on Birds
  • An meinen Freund (Exzerpt aus „Sternenkind“)
  • Ausschau
  • Eis
  • Katharsis
  • Addressing Deathless Issues
  • Einst