Kurzgeschichten

Ein Wort vorab

Die Geburtsstunde meines Schreibens fand auf einem Ausflug mit meiner damaligen Freundin statt. Es hatte uns, die wir uns vom Auto treiben ließen, weit ins Hinterland verschlagen. So weit draußen, dass man meinen möchte, jeder Wagen mit fremden Nummernschild würde permanent von einer Stafette misstrauischer Augen begleitet. Doch sollte es sich bald bewahrheiten, dass uns indes ein Wagen folgte, dessen sturzbetrunkener Fahrer, ein feister Unhold, uns zur Rede stellte. Details des Fortgangs lasse ich mal beiseite.

Hernach jedenfalls nahte die Nacht und wir fanden, als Nachtlager, auf einem Hügel eine abgelegene, kleine Kiesgrube. Kurz vor dem Einschlafen bat mich meine Freundin um eine Gute-Nacht-Geschichte, welche die vorangegangene, unschöne Begegnung vergessen lassen sollte. Ich dachte kurz nach dann begann ich, ruhig und getragen:

Ein Bauer hatte drei Söhne.
Der Erste konnte keinem Tier etwas zuleide tun.
Der Zweite dafür umso mehr.
Der Dritte konnte zwischen Mensch und Tier nicht unterscheiden.

Ermutigt von der eindringlichen Wirkung dieser wenigen Worte in jener schlaflosen Nacht entstand daraus meine erste Kurzgeschichte und es sollte es sich zeigen, dass mit ihr bereits mein literarischer Kosmos im Groben umrissen sein sollte (siehe: „Die andere Welt“).

Später besann ich mich wieder dieser ersten Geschichte und erkannte deren Potential zum Roman (siehe: Romane → „Die unrechten Brüder“). Weitere thematisch und stilistisch vielseitige Kurzgeschichten folgten fast unwillkürlich.

Letztlich ordnete ich meinen Fundus drei Sammlungen zu:

Die Gestalten

Die Märchen

Die Erscheinungen